Ja, ihr habt richtig gelesen!!! Endlich hatte ich einen Einsatz.
Nach dem Fototermin…
…war es erst recht Still geworden um die Lotsen und um Sinan Kumru, der jetzt wohl in einem anderen Projekt steckt. Die Fotos, die beim Rathaus gemacht wurden, waren übrigens in allen größeren Regionalzeitungen zu sehen. Auch wurden Artikel verfasst worden, die allerdings fast immer den selben Inhalt hatten. Über den Artikel habe ich dann auch noch 2-3 Sachen erfahren, die Sinan für sich behalten hatte. In den Beiträgen stand immer, dass wir nun super geschult seien, in den verschiedensten Angelegenheiten, die auf die Einbürgerungbürger zu kommen könnten. So richtig geschult fühle ich mich allerdings nicht!
Nun zu meinem ersten Einsatz:
Eine Bekannte schrieb mich per Mail an und fragte, ob ich nicht auch Lust hätte in Ihrem Stadtteil mitzuarbeiten. Sie ist bei der Stadt beschäftigt und ebend stark in der Stadtteilarbeit eingebunden. Natürlich habe ich sofort zugesagt. Zudem habe ich ihr geraten, dass sie doch mal bei Sinan, oder dem jetzt Zuständigen, nachfragt, ob nicht noch jemand Lust hat dabei zu sein. Ich konnte mir denken, das die anderen auch nicht unbedingt mit Aufträgen überschüttet wurden. Ein weiterer Lotse war auch beim ersten Treffen dabei.
Bei dem Projekt…
…geht es um einen Sprachkurs für Frauen des Stadtteils. Sie sind besonders wichtig,weil sie sonst kaum Gelegenheit haben Deutsch zu lernen. Während Männer Kontakte über Ihren Arbeitsplatz haben, bei denen sie Deutsch sprechen müssen und üben können, sind die Frauen diesbezüglich eingeschränkt. Frauen mit Kindern bleiben häufig in der Umgebung, in der oft Personen leben, die ihre Muttersprache sprechen. So ist es auf den ersten Blick fast nicht nötig Deutsch zu lernen. Doch kommen die Kinder in den Kindergarten oder in die Schule, so gibt es häufig Schwierigkeiten bei der Schnittstelle Eltern-Schule. Auch können die Mütter ihren Kindern fast keine Fragen zu Hausaufgaben oder ähnlichem beantworten, weil sie kein Deutsch können. Frauen haben also besonderen Bedarf und müssen auch einen besonderen Kurs bekommen. Einige der Frauen haben Kinder, die noch keine externe Betreuung erhalten, sodass für die Zeit des Kurses eine Kinderbetreuung nötig ist. Dies lohnt sich erst, wenn auch genügend Kinder zu betreuen sind..logisch. Wäre der Kurs geschlechtsgemischt, wäre dies schon mal schwieriger zu lösen. Auch haben Männer und Frauen unterschiedliche Bedürfnisse was den Wortschatz betrifft. Die Kommunikation der Schule läuft meist über die Mütter, sodass diese auch über solch einen Kurs speziell daraufhin unterrichtet werden könnten.
Bisher war ich bei der Vorstellung des Kurses.
Dort waren ca. 20-25 Frauen, die sich interessiert haben, doch einige haben/hatten schon einen Kurs begonnen. Diese sind nicht die Zeilgruppe des Kurses, denn der angebotene soll von 0 beginnen, sozusagen. Es war schön so viele Menschen zu sehen, die Interesse an solch einem Kurs haben. Frau Manette und Frau Diepenbrock hatte die Damen noch einmal eingeladen. Dieses mal ging es um die feste Anmeldung. Da einige Unterlagen mitzubringen waren, wurde dieser seperate Termin gewählt. 7 – 8 Frauen waren nur da. Nun wüssen wir natürlich gern warum die anderen nicht gekommen sind. Eine Vermutung ist, dass ihnen der Kurs doch zu teuer ist. Eine Stunde kostet 1€, also 100€ pro Kurs. Wenn die Famile aber Sozialhilfe bezieht, so kann ein Antrag auf einen Gutschein für den Kurs gestellt werden. Auch wenn jemand verdient, aber doch ein Härtefall vorliegt, kann solch ein Gutscheinantrag gestellt werden. 100€ sind aber eigentlich nicht zu teuer, wenn man bedenkt, dass z.B. für die Kinderbetreuung keine extra Kosten entstehen.
Frau Diepenbrock und ich haben vor, den Frauen noch mal einen Schritt näher zu kommen und morgens beim Kindergarten eine Sprechstunde anzubieten.
Nun heißt es Dauemndrücken!
Wir müssen 15 Frauen davon überzeugen, dass es vorallem auch für Ihre Kinder wichtig ist, das sie Deutsch können.Bei 15 Frauen kann der Kurs im Stadtteil stattfinden, melden sich weniger, müssen sie weiter fahren und in der Innensatdt den Kurs belegen, was sicherlich einige doch wieder hindern wird, sich ausreichend zu beteiligen.
Bis demnächst
Anja
P.s.: Da ich jetzt in einem Projekt eingebunden bin, werde ich sicherlich mehr zu berichten haben als in der letzen Zeit.

Liebe Anja,
ich arbeite in Mülheim an einem ähnlichen Projekt und bin sehr an Deinen Erfahrungen interessiert. Ich würde mich freuen, wenn wir Kontakt aufnehmen könnten!
Mit Grüßen
Silke
Hallo Anja,
auch in Witten tut sich etwas. Es werden seit kurzem Integrationslotsen ausgebildet. Allerdings sollen wir uns als Lotsen selbst stark einbringen und unsere Wünsche/Ideen/Anregungen mitbringen. Bisher hatte ich keine Berührungspunkte und es fällt mir schwer, einen Anfang zu finden. Sicherlich wäre es gut, die Bedürfnisse der Migranten kennen zu lernen.
Vielleicht hast du noch weitere Erfahrungswerte, die du mir mitteilen könntest. Ihr seid schon einen großen Schritt weiter.
Herzlichen Dank und weiterhin viel Erfolg.
Liebe Grüße
Petra Syring